Erektionsstörungen durch häufigen Pornokonsum?

Zusammenfassung: Männer, die häufig Pornos schauen, leiden häufiger an erektiler Dysfunktion – also an Erektionsstörungen. Zu diesem Ergebnis kamen belgische Forscher bei einer Studie, bei der 3267 Teilnehmer befragt wurden.

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Studie: Risiko für Erektionsstörungen steigt mit hohem Pornokonsum

Das Forscherteam der belgischen Universität Antwerpen stellte den Männern aus Dänemark und Belgien 118 Fragen zu ihrem Pornokonsum, zur Selbstbefriedigung und ihrem Sexleben. Im Anschluss wurden ihre "Porno-Gewohnheiten" mit ihren sexuellen Gewohnheiten verglichen. Die Ergebnisse stellten die Wissenschaftler Mitte Juli 2020 auf einem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Urologie vor.

"Männer schauen ziemlich viel Pornos, im Durchschnitt etwa 70 Minuten pro Woche, normalerweise für fünf bis 15 Minuten", so Studienleiter Gunter de Win von der belgischen Universität Antwerpen. Dabei lag der Spitzenwert bei etwa 26 Stunden pro Woche. Doch erst im Zusammenhang mit den Antworten zu Erektionsstörungen ergaben die Fakten ein Gesamtbild. Denn 23 Prozent der befragten Männer unter 35 Jahren berichteten über Potenzstörungen beim Sex mit ihren Partnern.

Tipp: Hier erfahren Sie mehr darüber, wie Partner mit Erektionsstörungen umgehen sollten.

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Erektionsstörungen durch Pornos: Männer werden desensibilisiert

Das verdeutliche einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Dauer des Pornokonsums und Problemen beim Sex, so die Forscher. Wissenschaftler de Win ist sich daher sicher: "Es besteht kein Zweifel, dass Pornos die Art und Weise beeinflussen, wie wir Sex sehen." Schuld daran sei unter anderem der leichte Zugang zu Pornografie im Internet, die Männer für den wahren Sexakt desensibilisiert und somit schwerer erregbar macht.

Dazu passen die Antworten vieler Männer, dass sie aktuell extremere Pornos schauen, um überhaupt noch in einen angemessenen Erregungszustand zu kommen. 90 Prozent der Probanden würden auch regelmäßig vorspulen, um die sexuell aufregendsten Szenen möglichst schnell sehen zu können. Die Forscher raten Ärzten daher, die Patienten mit Erektionsstörungen behandeln, unbedingt nach deren Pornokonsum zu fragen. So könne man die Ursachen der Potenzprobleme besser und schneller behandeln. Ob umgekehrt auch Erektionsstörungen dazu führen, dass Männer häufiger Pornos ansehen, wurde in der Studie nicht untersucht.